Checkliste* zum Verhalten in Preis-/Kostenprüfungen

  • Dem Prüfer signalisieren, dass man sich Kenntnisse des Preisrechts angeeignet hat und man daran interessiert ist, diese weiter auszubauen.
  • Dem Prüfer Zeit zur Orientierung geben und ihm zugutehalten, „dass er sich fast mit jedem neuen Auftragnehmer auf ein neues Rechnungssystem einstellen muss“.
  • Eine „angemessene Prüfungszeit dulden, besonders wenn Sie zu den zu prüfenden Neulingen gehören“.
  • Den Prüfer nicht laufend um Rat fragen. „Der Grundsatz wirtschaftlicher Prüfungstätigkeit verbietet zeitraubende Beratertätigkeit des Preisprüfers.“
  • Vor Prüfungsbeginn „entsprechende Vorarbeit leisten, damit die Prüfungszeit auf ein erträgliches Maß reduziert werden kann“.
  • Bei komplexen Verrechnungsmethoden dem Prüfer verstärkt helfen. „Die Unübersichtlichkeit des Rechnungssystems … ist mit erhöhter Erläuterungsbereitschaft für den befugten Prüfer auszugleichen.“
  • Nicht zu häufig die Methode der Gemeinkostenverrechnung wechseln, sondern nur „wenn sie dem Produktionsablauf nicht entspricht oder undurchsichtig ist. Bei langfristigen Lieferverträgen müssen notwendige Änderungen in der Systematik der Prüferkalkulationen verdeutlicht werden.“
  • Dem Prüfer bei Aufdeckung systematischer Unstimmigkeiten Wertschätzung signalisieren. „Die Preisbehörden haben bei ausreichender Prüfungszeit schon manchen Systemfehler aufgedeckt und dafür die Anerkennung der Firma bekommen.“
  • Nicht ohne triftigen Grund die Ansprechpartner des Prüfers wechseln. „Die Prüfer befinden sich bei der Aufdeckung von Mängeln nicht selten in einer schwierigen Lage, weil sie bei einem Teil des Firmenpersonals Gehör finden, beim anderen Teil aus verständlichen Gründen auf taube Ohren stoßen.“
  • Eine gewisse „Beschränkung der Verfügungsgewalt über die betrieblichen Geschehnisse“ während der Prüfung akzeptieren. Den Prüfer nicht „als seinen Untergebenen“
  • Nicht „aus Anlass der Prüfung einen Intelligenz- oder Kenntniswettbewerb“ mit dem Prüfer veranstalten.
  • Bei Folgeprüfungen nicht den Versuch unternehmen, „während der Prüfung ‚alte Rechnungen‘ zu begleichen“.
  • Sich bei der Feststellung von Unstimmigkeiten nicht „zunächst indifferent“ zeigen, um nach der Prüfung erneut auf diese zurückzukommen. Kontroversen ohne unnötiges Zögern „offen austragen.“
  • Den Prüfer nicht bewusst in die Irre führen oder vom Wesentlichen ablenken. Kein „Fallenstellen“ während der Prüfung.
  • Vermeidung einer „Einschaltung anderer Stellen“, ohne dass dies zuvor angekündigt wurde.

 

* Die Checkliste beruht auf einem Aufsatz eines ehemaligen Leiters einer Preisüberwachungsstelle
(Gerst, Lothar, Probleme der Überprüfung der Gemeinkosten bei Preisprüfungen öffentlicher
Aufträge, in: BFuP, 1981, S. 12–26).